Gelungene Auftaktveranstaltung des Projekts „Und Morgen Meister“


Auftaktveranstaltung Und Morgen Meister
21. Februar 2013 | Ein Studium abzubrechen und sich beruflich neu zu orientieren ist keine leichte Entscheidung. Mehr als dreißig Interessierte wagten einen ersten Schritt und informierten sich in der Auftaktveranstaltung zum Projekt „Und Morgen Meister“ in der Agentur für Arbeit in Münster zu alternativen Karrieren im Handwerk.
Eine der wichtigsten Botschaften gab Dr. Paul Stallmeister, Berufsberater für akademische Berufe, den Teilnehmern gleich zu Anfang mit auf den Weg: „Studienabbruch ist kein Einzelschicksal. Und er ist auch keine Sackgasse ohne Ausweg.“ Schätzungen zufolge beenden rund 20 Prozent der Studierenden ihr Studium nicht. Das Thema ist für die Berufsberater der Arbeitsagentur in Münster deshalb auch in den Gesprächen mit jungen Menschen nicht neu. Neu ist aber die Kooperation zwischen der Handwerkskammer Münster und der Arbeitsagentur Ahlen-Münster. „Das Handwerk braucht kluge Köpfe“, erklärte Jürgen Brückmann, Ausbildungsvermittler der Handwerkskammer Münster. „Mit Ihrer Vorbildung bringen Sie viele Kenntnisse und Eigenschaften mit, die für Betriebe interessant sind“, ermutigte er die Teilnehmer, sich für eine Ausbildung im Handwerk zu entscheiden. Denn in der heutigen Arbeitswelt gehe es auch im Handwerk darum, Kundenkontakte zu erschließen, organisatorische Prozesse zu bewältigen, Personal zu führen: Anspruchsvolle Aufgaben, die neben Fachkenntnis auch Managementqualitäten erfordern.

Vielfältige Unterstützung soll den Teilnehmern am Kooperationsprojekt „Und Morgen Meister“ den Einstieg in eine neue Karriere ebnen. Wieder Selbstvertrauen zu finden, die eigenen Stärken zu entdecken und sie für die Berufswegplanung zu nutzen, ist Inhalt der individuellen Gespräche, die Stallmeister den Zuhörern anbot. Einige der Teilnehmer sind in ihrer Entscheidungsfindung schon einen Schritt weiter und erwägen bereits eine handwerkliche Ausbildung. Von Augenoptik über Orthopädiemechanik bis zum Maurer gehen die Wünsche. Für sie ist der zweite Projektbaustein gedacht, in dem Brückmann schnell und unkompliziert Praktika in Handwerksunternehmen vermittelt. „Ein erfolgreich absolviertes Praktikum ist die Eintrittskarte ins Unternehmen. Denn Handwerker entscheiden nicht nur auf der Basis von Lebenslauf und Noten, sondern nach dem praktischen und persönlichen Eindruck“, so Brückmann.

Ist die Entscheidung für einen Ausbildungsberuf gefestigt, unterstützen Arbeitsagentur und Handwerkskammer die Teilnehmer im nächsten Schritt auch bei der Suche nach einem Ausbildungsbetrieb. „Gerade im Handwerk gibt es noch gute Möglichkeiten und viele Firmen möchten durchaus noch in diesem Sommer Auszubildende einstellen“, bestärkte Stallmeister die Anwesenden. Die hatten noch viele Fragen: Die mögliche Verkürzung der Ausbildung, die beschleunigte Meisterausbildung, finanzielle Unterstützung mit Hilfe von Berufsausbildungsbeihilfe und Meister-BAföG wurden besprochen. Ermutigt, mit vielen Informationen und mit einer Anmeldung für die nächsten Projektbausteine verließen die Teilnehmenden die Auftaktveranstaltung.

„Wir möchten Studienabbrechern eine neue Perspektive eröffnen und Handwerksbetrieben Kandidaten vorstellen, die sie vielleicht bislang bei ihrer Nachwuchssuche noch nicht in den Blick genommen haben“, erläutert Knut Heine, stellvertretender Geschäftsführer der Handwerkskammer Münster. Denn mittelfristig gelte es auch, Fachkräfte für die Führungsebenen zu finden. „Mit dem Projekt „Und Morgen Meister“ ist Bewegung in das Thema Studienabbruch und Fachkräftesicherung gekommen“, ergänzt Joachim Fahnemann, Leiter der Arbeitsagentur Ahlen-Münster. Anlässlich einer Podiumsdiskussion werden Knut Heine und Joachim Fahnemann das Konzept in dieser Woche auf der Didacta, Deutschlands größter Bildungsmesse in Köln vorstellen. „Was in Münster begonnen hat, zieht jetzt auch überregionale Aufmerksamkeit auf sich“, so Fahnemann.

Pressemitteilung 23/2013