Kantine statt Mensa: Studienabbrecher treffen Ausbildungsbetriebe und sichern sich neue berufliche Perspektiven


Kantine statt Mensa bei Orderbase am 15-11-2018
20. November 2018 | Unter dem Titel „Kantine statt Mensa“ haben die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, die Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen und die Handwerkskammer Münster in diesem Jahr zum zweiten Mal Studienaussteiger eingeladen. Sie trafen in der Kantine der oderbase Consulting GmbH auf Arbeitgeber, die Kandidaten für eine Ausbildung suchen. Das Ergebnis der Veranstaltung kann sich sehen lassen: Mehr als ein Viertel der Studienabbrecher hat ein Vorstellungsgespräch oder einen Hospitationstermin mit einer Einstellungszusage in der Tasche.
Es ist eine entspannte Atmosphäre: Bunte Stühle an großen Holztischen, Kaffee und Kuchen stehen bereit. Jana Bruun aus der Personalabteilung des Factory Hotels und Robert Holtstiege, Geschäftsführer der orderbase consulting GmbH, haben Visitenkarten und Unternehmensflyer mitgebracht. Sie gehören zu den insgesamt sieben Firmen, die in die space[ ]bar gekommen sind. Alle haben das gleiche Ziel: Sie suchen nach Nachwuchskräften für ihre Ausbildungsplätze. Und alle sieben Unternehmen gehen dazu einen neuen Weg. Sie sind der Einladung von Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen und Handwerkskammer Münster gefolgt. Unter dem Motto „Kantine statt Mensa“ bringen die Organisatoren Arbeitgeber und Studienaussteiger zusammen.

So auch an diesem Nachmittag. Mehr als 20 junge Menschen, die mit dem Gedanken spielen, ihr Studium abzubrechen, sind gekommen. Rund zwei Stunden haben beide Seiten Zeit, sich in lockerem Rahmen kennenzulernen. Für die Studierenden ist der Termin eine Art „Blind Date“, erklärt Paul Stallmeister, Berufsberater für akademische Berufe in der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster: „Ganz bewusst teilen wir im Vorfeld nicht mit, welche Unternehmen dabei sind. Denn unserer Erfahrung zeigt, dass sich für die Studienaussteiger im Kontakt zu Arbeitgebern häufig ganz neue Berufsperspektiven eröffnen, an die sie vorher vielleicht nicht gedacht haben“.

Und das Konzept geht auf. Robert Holtstiege kann in der Veranstaltung gleich mit drei Studierendenden eine Schnupperwoche in seinem Unternehmen verabreden und freut sich, auf diese Weise bald Auszubildende für drei unterschiedlichen Berufsfelder bei orderbase gefunden zu haben. „Meine Erwartungen sind weit übertroffen worden“, sagt Holtstiege. „Insbesondere weil die jungen Leute sich nicht auf uns vorbereiten konnten, wie bei einem klassischen Vorstellungsgespräch. Aber sie haben heute mit ihrer Persönlichkeit, ihrem Auftreten und ihrem Vorwissen überzeugen können“.

Auch Jana Bruun ist zufrieden. Zwei Studienabbrecher haben ihre Bewerbungsunterlagen bei ihr abgegeben und können sich einen Wechsel vom Hörsaal in eine Ausbildung im Hotelfach vorstellen. Aus Sicht der Personalexpertin sind Studienaussteiger interessante Bewerber für die Ausbildungsstellen ihres Betriebs: „Sie sind ja bereits etwas älter und bringen schon ein wenig Lebenserfahrung mit. Das kann im Servicebereich und im Umgang mit Hotelgästen von Vorteil sein“. Außerdem seien ehemalige Studenten, die in eine Ausbildung umsatteln, hoch motiviert. Sarah Timmer, Beraterin im Team „Passgenaue Besetzung“, gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und den Europäischen Sozialfonds, freut sich über den Erfolg der Veranstaltung: „Heute haben in zwei Stunden mehrere Studienaussteiger eine neue berufliche Perspektive und die Arbeitgeber neue Auszubildende gefunden“, so die positive Bilanz. In Zeiten, in denen es für viele Unternehmen immer schwieriger wird, passende Nachwuchskräfte zu finden, eine gute Nachricht, findet auch Mustafa Schat, Berater aus der Handwerkskammer Münster.

Für alle Studierenden, die überlegen, ihr Studium abzubrechen und keine Gelegenheit hatten, die Veranstaltung zu besuchen, hat Paul Stallmeister noch einen Tipp: „Wir bieten auch außerhalb von „Kantine statt Mensa“ Beratungsgespräche zur beruflichen Orientierung und die Vermittlung von passenden Ausbildungsstellen an. Mehr Informationen dazu gibt es auf der Website www.und-morgen-meister.de“.

Pressemitteilung 115/2018

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