„Und Morgen Meister“: Perspektiven für mehr als 280 Studienaussteiger


Und Morgen Meister
18. Oktober 2016 | Seit Anfang 2013 kooperieren die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, die Handwerkskammer Münster und die Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen im Programm „Und Morgen Meister“, um Studienabbrecher zu unterstützen, eine neue berufliche Perspektive zu entwickeln. Mehr als 540 junge Menschen sind inzwischen im Rahmen des Programms beraten worden. 283 Studienabbrecher haben seitdem eine Ausbildung aufgenommen. Nun geht der neue Internetauftritt von „Und Morgen Meister“ online. Damit können sich Studierende noch schneller informieren, passende Ansprechpartner finden und einen Beratungstermin vereinbaren.
„Für die Betroffenen ist es meist ein schwieriger Schritt: Viele machen die Entscheidung, ihr Studium abzubrechen, mit sich allein aus und empfinden einen hohen persönlichen Druck. Daher ist es wichtig, den jungen Menschen schnell und unkompliziert Unterstützung anzubieten. Das tun wir mit unserem gemeinsamen Programm „Und Morgen Meister“, schildert Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. „Die neue Website, über die Interessierte die ersten Informationen erhalten und Kontakt zu den Beraterinnen und Beratern aufnehmen können, ist ein weiterer Schritt, um Studienaussteigern rasch zu helfen“, so Fahnemann. Gemeinsam mit Knut Heine, stellvertretender Geschäftsführer der Handwerkskammer Münster, und Carsten Taudt, Leiter des Geschäftsbereiches Bildung und Fachkräftesicherung der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen, schaltete Joachim Fahnemann den Webauftritt online. Zugleich zogen die Partner eine Bilanz ihrer bisherigen Arbeit.

„Uns ist es gelungen, vielen jungen Menschen eine neue berufliche Zukunft zu eröffnen“, betont Knut Heine. „Aus unserer Sicht ist das eine absolute Win-Win Situation. Denn für viele Handwerksbetriebe ist die Suche nach Auszubildenden schwierig geworden. Studienaussteiger, die als Alternative eine handwerkliche Ausbildung absolvieren, haben sich in der Regel bewusst für diesen Weg entschieden. Sie sind hoch motiviert. Aufgrund ihrer schulischen Vorbildung erzielen sie auch in der Berufsschule meist gute Ergebnisse. Das ist ein echter Gewinn für die Unternehmen“, so Heine.

Die Vorstellung, Studienabbrecher seien als Auszubildende, die sich in Betrieb und Berufsschule mit 16 bis 18-jährigen wiederfinden, zu alt, sei überholt. Im Durchschnitt sind die Studenten, die ihre Hochschulausbildung abbrechen, knapp 23 Jahre alt. Und die Beratenen werden immer jünger. „Durch die veränderten Studienbedingungen entscheiden sich die jungen Menschen heute schneller für eine Neuorientierung“, berichtet Knut Heine. „Die Schulabgänger von heute sind recht jung. Viele Jugendliche sind dann noch relativ unentschlossen in ihrer Berufswahl und fangen oft erst einmal an zu studieren. Immer häufiger wechselten sie dann doch in eine Ausbildung, wenn das Studium nicht mit ihren Vorstellungen übereinstimmt, ergänzt Carsten Taudt. „Für uns ist es dann immer schön zu sehen, wenn die jungen Menschen endlich den Weg gefunden haben, mit dem sie glücklich werden können. Und auch für die Unternehmen zahlt sich das aus. Denn diese jungen Menschen bleiben nach der Ausbildung, bilden sich fort und sind oft die Leistungsträger im Betrieb“, beobachtet Taudt.

Studiengänge, aus denen besonders viele junge Menschen aussteigen, sind tendenziell eher die Ingenieurswissenschaften. „Grundsätzlich sind aber fast alle Fächer vertreten“, sagt Fahnemann. Die Annahme, dass ehemalige Studenten in der Regel in eine Ausbildung wechseln, die ihrem Studienfach ähnelt, bestätige sich aus der Erfahrung der drei Partner nicht. „Vom Informatikstudenten, der Bodenleger wird, bis zur Kulturwissenschaftlerin, die eine Ausbildung zur Speditionskauffrau absolviert: Die Welt ist hier sehr bunt“, fasst Fahnemann zusammen. Aus Sicht der Arbeitsagentur, der Handwerkskammer und der IHK ist das Programm „Und Morgen Meister“ eine echte Erfolgsgeschichte. Einen Wunsch haben die drei Partner aber: „Es wäre schön, wenn noch mehr junge Menschen in einer Studienkrise schneller zu uns finden anstatt zu versuchen, die Probleme alleine zu lösen. Denn wir können umfassend beraten und unterstützen“, sind sie sich einig. Ein Weg dazu ist die neue Website, die unter www.und-morgen-meister.de zu erreichen ist.

Pressemitteilung 082/2016